
von Thekla Walker 28.05.09, 13:15 Uhr
Wie sich der Klimawandel auf unsere Umwelt auswirkt kann man vor Ort sehr gut an Hand der verfrühten Blühzeiten von verschiedenen Bäumen und Pflanzen beobachten. Sehr markant ist zum Beispiel die Holunderblüte. Der Baum blüht jetzt schon, Ende Mai, also 2- 3 Wochen früher als bisher üblich. In unserer Nähe habe ich sogar ein kleines Feld blühendes Johanneskraut entdeckt, das wie der Name schon sagt, eigentlich in der Johannizeit, also um den 20./21. Juni herum blüht.
Naturschützer beobachten diesen Trend schon seit einigen Jahren, der natürlich auch Auswirkungen auf viele andere Bereiche der Natur inklusive der Tiere hat. Wenn hier die nicht ziehenden Vögel früher brüten hat zum Beispiel der Kuckuck Schwierigkeiten noch rechtzeitig ein Nest für seine Eier zu finden, das er ja bekanntlich nicht selber baut. Die Konsequenzen sind klar. Die Vielfalt der Arten steht auf dem Spiel, die durch stabile und vielfältige miteinander verbundene Netzwerke dafür sorgt, dass wesentliche ökologische Systeme am Laufen gehalten werden. Allein die Bedeutung der Bienen ist für uns überlebenswichtig. Zu Recht hat daher im vergangenen Jahr das massive Bienensterben durch giftige Düngemittel großen Aufruhr ausgelöst.
Was hat das alles mit Kommunalpolitik zu tun? Ist Naturschutz und Biodiversität nicht ein Thema das außerhalb der Stadt liegt?
Nein, denn Landschaftsschutzgebiete, blühende Wiesen, Streuobstwiesen und unbebaute Böden in der Stadt können einen erheblichen Beitrag zur Unterstützung der Artenvielfalt, der Abkühlung des zu heißen Klimas und der Verringerung der Treibhausemissionen leisten.
Auf der Feuerbacher Heide kann man im Moment eine üppige Blütenpracht auf den Wiesen erleben. Unzählige Schmetterlinge, Bienen und viele weiter Insekten und Vogelarten profitieren von diesem Lebensraum. Gut, dass es ihn gibt. Wir Grüne möchten diese Lebensräume in der Stadt erhalten und ausbauen und setzen uns vehement gegen weitere Bebauung dieser Flächen ein. Gerade dort wo im Moment die Wiesen blühen, an der Parlerstraße/ Ecke Tazzelwurm, sollen 6 Stadtvillen gebaut werden. Anstatt diese Ecke in das Landschaftsschutzgebiet zu integrieren, wird frische, unversiegelte Fläche verbraucht und damit dem Lebensraum von Pflanzen und Tieren wieder ein Stückchen weggenommen. In der Stadt gibt es zahlreiche weitere Beispiele für diese kurzsichtige Politik der bürgerlichen Mehrheit im Rathaus. „Werte sichern – Zukunft gestalten“, darunter stelle ich mir jedenfalls etwas anderes vor. Was Stuttgarter Parteien zum Naturschutz zu sagen haben, kann man übrigens auch auf der Homepage des NABU in Stuttgart nachlesen, der zum Ortstermin auf die Feuerbacher Heide eingeladen hatte. Die CDU hat für diesen Termin allerdings weder Zeit noch Antworten auf die gestellten Fragen gefunden.

Hier soll gebaut werden
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