
von Jochen Stopper 01.03.11, 17:35 Uhr
Weniger Verkehr macht Rosensteintunnel überflüssig
Die Verwaltung hat den Bebauungsplan für den Rosensteintunnel gestoppt. Die BürgerInnen besonders aus Zuffenhausen haben mit hunderten von Einsprüchen gegen das Verfahren protestiert. Jetzt hat die Verwaltung die Notbremse gezogen, offensichtlich befürchtet sie, vor Gericht zu verlieren.
Ein Skandal, denn anscheinend wurde bewusst mit falschen Zahlen geplant. Es wurde von viel zu vielen Lkws ausgegangen, die zu einer Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte geführt hätten. Jetzt werden die Werte so lange hin- und hergerechnet, bis sie stimmen, denn der neue Plan soll demnächst fertig sein. Damit verlieren die Planungen jede Glaubwürdigkeit.
Wir fragen zum wiederholten Male, ob der Tunnel überhaupt notwendig ist? Denn weniger Verkehr macht ihn erst recht überflüssig. Wäre das Geld nicht besser in der Sanierung von Schulen und Kitas angelegt? Die richtigen Zahlen müssen auf den Tisch. Wie konnte es überhaupt zu diesen falschen Prognosen kommen? Der Rosensteintunnel sollte gebaut werden, weil die vielen Lkws von der B10 verschwinden sollten. Knapp 200 Millionen Euro soll er kosten, obwohl die versprochenen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in Bad Cannstatt aus Kostengründen schon längst wieder gestrichen sind. Zuviel Geld für ein Projekt, das den Anwohnern falsche Hoffnungen auf verkehrsberuhigte Wohngebiete macht, tatsächlich aber mehr Autos in die Stadt holt und den Lkw-Betreibern hilft, Mautgebühren zu sparen. Nicht nur Experten wissen, dass größere Straßen mehr Verkehr anziehen. Wahrscheinlich wird der Tunnel eine Ausweichstrecke zur A8 und eine Abkürzung für den Nord-Süd-Verkehr.
Wir brauchen andere Maßnahmen als einen vierspurigen Tunnel gegen den steigenden Verkehr.
Nur ein Durchfahrtsverbot für Lkw auf der B10, ein Rückbau der Stadtautobahnen und die kostenlose Umfahrung von Stuttgart auf der Autobahn werden die Anwohner langfristig vor Lärm und Dreck schützen.
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