
von Dr. Michael Kienzle 26.07.11, 10:47 Uhr
Parkraummanagement für die gesamte Innenstadt
In der letzten Woche wurde erstmals eine umfassende Bilanz zum Parkraummanagement-Experiment im Stuttgarter Westen gezogen werden. Aller Anfang war schwer, an einigen Ecken knarzt es noch immer, doch die gröbsten Probleme werden zunehmend ausgeräumt. Neue Anwohnergaragen werden die Situation weiter entspannen. Und siehe da – das Parkchaos im Wilden Westen ist passé. Anders sieht es in den direkt angrenzenden Stadtgebieten aus. Kreativ jagen Parkplatzsucher nach dem kostenlosen Parkplatz für das Heilig Blechle. Um den Schwabtunnel im Süden und das Katharinenhospital im Norden reiht sich nun Karosse an Karosse. Die drängende Parkplatzfrage ist schon lange nicht mehr nur ein Problem des Westens. Gerade die Anwohner sind die Leidtragenden, wenn Pendler in die Stadt hineinfahren, um dann auf den ÖPNV umzusteigen. Es ist nur logisch, dass erprobte System des Westens auf weitere Innenstadtbereiche auszudehnen und dafür auf die bereits erfolgreiche Strategie zu setzen. Wissenschaftlich bereitet die Universität Stuttgart den Boden, politisch unterstützte eine breite Basis jeglicher Couleur das Experiment. Diese breite politische Basis aus Grünen, CDU und SPD setzt sich nun auch für die Ausweitung des Parkraummanagements auf den Innenstadtbereich ein. Die vorbereitenden Untersuchungen der Universität werden in die Wege geleitete, die finanzielle Seite im kommenden Haushalt diskutiert. Aus den Erfahrungen des Westens haben wir bereits gelernt, neue Parkplätze, z.B. in Anwohnergaragen sind ein Instrument um den Übergang von kostenlosem Parkplatz zu bewirtschaftetem Parkraum leichter zu gestalten. Darum müssen wir jetzt schon bei Bauprojekten in Mitte, Nord, Süd und Ost darauf achten, wo Potential für Anwohnergaragen begraben liegt. Der öffentliche Raum ist kostbar und knapp.
Also, ich muß mich wundern – nichts ist passé! Wenn man abends nach Hause kommt wie ich (und ich bin aus beruflichen Gründen auf’s Auto angewiesen) ist die Situation wie gehabt: Keine freien Plätze (zumindenst in meiner Zone 5) und viele stehen in 2. Reihe und auf den Gehwegen. Damit nicht genug – jetzt gibt’s in der Schwabstrasse auch noch einige Doppelplätze als Blumengärtchen angelegt! Das gibt dann bestimmt so schöne Unkraut-Sammlungen wie an der Ecke Bismarck-Schwabstr. – ein grüner Stammwähler ärgert sich!
…vor lauter Ärger hab ich die Straße verwechselt :-) Es geht natürlich um die Vogelsangstraße!
Sehr geehrter Herr Kast,
entschuldigen Sie bitte zuerst die späte Antwort, die Haushaltsberatungen halten uns ziemlich auf Trab. Selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn abends kein Platz für das Auto gefunden wird. Gerade für diese Zeit sehen wir beim Parkraummanagement (PRM) noch den größten Nachholbedarf: neue Quartiersgaragen müssen her und der ÖPNV verbessert werden. Seine größte Wirkung hat das PRM bisher tatsächlich am Tag entfaltet, da Pendler aus dem Westen herausgehalten werden. Straßen und Gehwege sind öffentlicher Raum, er gehört allen. Aus diesem Grund hat der einzelne Autofahrer auch nicht per se ein Anrecht, sein Autor dort zu parken.
Für die Baumstandorte in der Vogelsangstraße haben die Grünen im Stuttgarter Westen sehr lange gekämpft. Wir wägen hier ab zwischen mehr Grün in der Stadt und damit mehr Bäume und den Stellplätzen. Eines der Ziele war mehr Grün in die Stadt zu holen. Dazu muss der eine oder andere Stellplatz weichen. Da der Platz in der Stadt endlich ist, gibt es hier eine Umverteilung. Schaut man sich die gesamte Parkplatzmenge an, dann ist der eine oder andere Baum oder die neue Grünfläche nur eine geringe Verschiebung des Verhältnisses Asphalt zu Grün.
Wir sind aber bemüht für die Probleme, die es jetzt noch gibt Lösungen zu finden.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Pätzold
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