
von Andreas G. Winter 28.04.09, 09:46 Uhr
Das war eine Woche: Montag nach EnBW-Regionalbeirat es gerade noch geschafft. Tschaikowsky Violinkonzert und 4. Sinfonie mit den Stuttgarter Philharmonikern, gebadete Klänge des Fin de siècle in Bezug gesetzt zu Marcel Proust. Erst im September hatte ich das Vergnügen, selbige Symphonie mit dem New York Philharmonic Orchestra unter Lorin Maazel zu hören. Ein beglückendes Wiederhören.
Am Dienstag die Vorbereitung eines Schulprojektes mit zwei Gruppen der Jahrgangsstufe 12 im Leibniz-Gymnasium (siehe Lust auf Kultur IV). Am Mittwoch das Miterleben eines Formulierens der Kulturpolitik im Kunstgebäude mit eigentlich guten Fragen bevor am Freitag der AK Kulturvermittlung tagte. Vorher ein Treffen mit Jugendlichen aus dem Jugendrat. Die drängenden Probleme werden beschrieben: Zustand der Schulen, aber auch Inhalte und - nein, sie haben keine Lust, weiter den Sündenbock zu geben, auch Erwachsene saufen. Ich kann es verstehen. Öffentlicher Nahverkehr und Nachtbusse, die Nachfrage besteht. Am Abend dann wertvolle Begegnungen bei einer interkulturellen Veranstaltungen bei uns im Haus. Die Aussage eines jungen türkischen Ingenieurs im Gespräch: „Wenn wir uns besser verstehen wollen, müssen wir unsere Kultur kennen lernen. Die Eigene als Voraussetzung, die Anderen besser zu verstehen.“ Dem ist Nichts hinzuzufügen.
Am Samstag gleich weiter, erst Wahlstände auf Märkten, dann ein multikulturelles Fest in der Hohewartschule, organisiert von einer türkischen Gruppe im Elternbeirat. Die ganze Schule auf den Beinen, Tänze, Musik und köstliches Essen aus allen Ländern. Gratulation an die Organisatoren. Kurze Pause, dann zum Flughafen, am Freitag Vormittag hatten wir ihn als Bericht im Wirtschaftsausschuss. Ankunft des Pianisten Till Fellner zu seinem dritten Klavierabend im FMZ.
Am Abend noch gemeinsames Pressegespräch. Kurzplanung des kommenden Tages. 9.30 bis 13 Uhr üben im Saal, dann Klavierstimmer, Mittagessen, Ausruhen, Einführungsvortrag und dann war es soweit. Die Trias op 10 und dann die „Hammerklaviersonate“. Eine Sternstunde im Konzertleben, und etliche Schüler des Leibniz-Gymnasium nicht erst zum Schulprojekt sondern jetzt schon da im Konzert. Kurz klingelt ein Handy, aber keines von den Schülern. Hoch konzentrierte Spannung, selbst nach dem langen langsamen Satz der Hammerklavier keine Hustenorgie. Das Publikum hat den Atem angehalten. Montag dann das Schulprojekt mit rund 80 Schülern (Bericht einer spannenden Fragerunde folgt auf Lust auf Kultur IV).
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