
von Silvia Fischer 04.10.11, 14:04 Uhr
Vermögen der Stadt vermehren
Vor den letzten Haushalthaltsberatungen führte die „Tour de Toilette“ die Grünen in die Innenwelt der Stuttgarter Schulen –das Sondersanierungsprogramm Stuttgarter Schulen wurde geboren. Nicht nur Bildungseinrichtungen wurden in den letzten Jahrzehnten zu Grunde gespart. Wer bei einem Stadtspaziergang ein heruntergekommenes Bauwerk antrifft, steht mit größter Wahrscheinlichkeit vor einem städtischen Gebäude. Die Stadt besitzt neben Schulen, Kindertagesstätten, Verwaltungsgebäude, Jugendhäuser, Feuerwachen und Schwimmbäder. Sie sind elementarer Bestandteil des städtischen Vermögens und werden in die jährliche Bilanz der Stadt eingerechnet. Dieser Teil des Portfolios wird aber mehr schlecht als recht gepflegt. Dem Amt für Liegenschaften und Wohnen stehen für den Bauunterhalt 12 Mio. Euro zur Verfügung. Kleinere Töpfe liegen bei anderen Ämtern. Zugige Fenster, leckende Schwimmbecken und verstopfte Toiletten sind an der Tagesordnung. Obwohl in guten Zeiten Geld durch unterlassene Sanierungen gespart wurde, verringert sich das Vermögen der Stadt. Scheinbar paradox, aber eine Bruchbude ist nichts mehr Wert. Wollen wir das Vermögen der Stadt erhalten, darf nicht nur das letzte Loch im Dach geflickt, sondern muss grundlegend in die städtische Infrastruktur investiert und auch energetische Sanierungen angepackt werden. Dann hat die Bausubstanz auch für die kommende Generation einen Wert. Bisherige Sanierungsmaßnahmen wurden gerne ohne Plan und Verstand mit der Gießkanne verteilt. Für das Schulsanierungsprogramm erhoben erstmals externe Berater Bedarf und Prioritäten. Genau diesen Überblick benötigen wir für den gesamten städtischen Bestand, um die Herausforderungen für die Zukunft abzuschätzen. Allein für die Schulsanierungen werden bis 2012 345 Mio. Euro ausgegeben. Kommt da noch Größeres auf uns zu?
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