
von Thekla Walker 13.04.09, 19:46 Uhr
Schön warm war’s an Ostern. Während vor kurzem die Temperaturen noch winterlich waren, konnten wir endlich alle die milden Temperaturen und die herrliche Sonne genießen. In Stuttgart wird es ja meistens sehr schnell warm und eigentlich haben wir aufgrund unserer Lage – im Vergleich zu den meisten anderen Städten in Deutschland - häufig schönes Wetter, wenig Regen und vor allem wenig Wind.
Eigentlich toll, in dieser Stadt lässt es sich doch mit Lust leben, könnte man meinen. Im Moment ist das auch sicher richtig, aber was einerseits als Faktor für Lebensqualität gilt, könnte sich künftig als „knock out“ Kriterium für das Leben in den Innenstadtbezirken erweisen. Denn Stuttgart hat wegen der Windarmut und der Kessellage erhebliche Schwierigkeiten, frische und kalte Luft in die Stadt zu pumpen.
An rund 30 Tagen im Jahr ist das Klima in der Stadt fast unerträglich. Die Luft steht in der Stadt schier still, Feinstaub und Abgase bleiben wie unter einer Dunstglocke in der Stadt hängen und die Ozonwerte steigen. Nicht gerade ein Wohlfühlklima also. Durch den Klimawandel könnten es in Zukunft sogar 60 Tage im Jahr werden und in Stuttgart werde es ein Klima wie in Rom geben, prophezeite der ehemalige Leiter der städtischen Klimatologie im Umweltamt, Jürgen Baumüller.
Gott sei Dank gibt es in Stuttgart noch einige durchgrünte Hanglagen und Kaltluftquellen außerhalb des Kessels, die frische und Kalte Luft in die Stadt transportieren können. Diese grünen Lungen funktionieren aber nur dann einwandfrei, wenn sie konsequent von jeglicher Bebauung frei gehalten werden. Eine Vorgabe, zu der sich die bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat nicht durchringen kann. Ständig und unter fadenscheinigen Argumenten wird die bestehende Flächennutzungsplanung nach dem Motto: Von einem oder zwei neuen Häusern geht die Welt nicht unter – immer wieder missachtet.
Wir Grünen in Stuttgart setzen uns dagegen kompromisslos für den Erhalt der klimatisch wichtigen Freiflächen in der Stadt ein, damit man Stuttgart auch in Zukunft noch durchatmen und gesund leben kann.
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