Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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Freiräume für Kunst und Kultur!

von Niombo Lomba 03.06.09, 12:34 Uhr

wp_kulturstadt_03Am Donnerstag, den 14. Mai 2009, fand in der Stiftung Geißstraße 7 auf Einladung von Michael Kienzle, Stadtrat der Stuttgarter Grünen, ein Werkstattgespräch zum Thema „Freiräume für Kunst und Kultur!“ statt. Die Kandidaten und Kandidatinnen für den Stuttgarter Gemeinderat Andreas Winter, Niombo Lomba und Tabea Schilling holten sich Rat aus der Kulturszene. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Frage nach Interimsnutzungen als Räume für Kunst und Kultur.

Janusch Munkwitz (Transit & Bergamo/D.O.R.S – project) und Andreas Vogel (Hi-Entertainment/Roundabout) skizzierten ihre Projekte sowie jene der erkrankten Eva Maria Hamhaber (H7 Raum auf Zeit/4 Sterne). Bei dem Dialog mit Macherinnen und Machern aus der Kulturszene, wie mit Jugendlichen, die sich dafür einsetzen Freiräume für Jugendkultur zu erhalten, wurde allen schnell klar: Die jetzige Situation in Stuttgart ist so nicht haltbar! Knackpunkte bei der Nutzung von Interimslösungen sind zum einen die Genehmigungen durch das Ordnungsamt und zum anderen die fehlende Offenheit für Jugend-, Pop- und alternative Kultur. Wie sehr das Thema die Stadt bewegt, ist daran zu erkennen, dass die Macher und Macherinnen des Stuttgarter Magazins Lift, sich dessen in ihrer aktuellen Ausgabe abgenommen haben.

Wenn Janusch Munkwitz und Andreas Vogel erzählen, dann ist eines klar: Hier sitzt eine neue, andere Generation von Kulturmachern vor uns. Sie sind „flexibler Kulturunternehmer“ die Lust auf Stadt haben und eben nicht nach Berlin wollen. Noch nicht! Denn für sie und für uns Grüne ist klar, es gibt in der Stadt ein Bedürfnis nach Popkultur. Für Stuttgart sind Kunst und Kultur Image und gleichzeitig Wirtschaftsfaktor geworden. Aber es Bedarf der Plätze und der Unterstützung durch die Stadt. Der Weg, den Munkwitz und Vogel bei ihren Projekten gehen, ist: Problemfelder so weit wie möglich im Vorfeld aus dem Weg zu räumen! Mit den Partnern aus der Wirtschaft klappt dies ganz gut, mit der Stadt aber treten oft Probleme auf! So kann es passieren, dass das Kulturamt ein Projekt unterstützt, aber das Ordnungsamt keine Genehmigungen erteilt oder diese gar nachträglich zurücknimmt!

Interimsnutzungen in Stuttgart - was braucht es hierfür?
wp_kulturstadt_01Politischer Wille Freiraum zu schaffen, zum Beispiel durch niederschwellige Angebote für Kunst und Kultur, und vor allem ein Vertrauensverhältnis für Interimsnutzungen. Die Attitüde (junge) Menschen in ihrer kulturellen Arbeit nicht gewähren zu lassen, ist absolut unangebracht! Im Gegenteil sie sollten dazu eingeladen werden Kultur zu machen! Gerade junge Menschen, müssen Möglichkeiten erhalten sich mit ihren Ideen auszuprobieren. Wer werden die Organisatoren, die Kulturschaffenden von Morgen sein, wenn die Jugendliche schon heute keine Übungsfläche erhalten!

Transparenz und Öffentlichkeit, denn Kulturschaffende sollten nicht als Störenfriede betrachtet werden. Öffentlichkeit schaffen, zumal noch mediale, ist in Stuttgart sehr schwierig. Über das Internet und die Stadtmagazine geschieht dies in geringem Umfang, aber in den klassischen Medien kommt Sub- und Popkultur kaum vor.

Projekt- und Fördergelder sollten zur Verfügung gestellt werden. Allerdings sollten Projekte nicht daran gemessen werden, ob Gelder beantragt wurden. Denn für flexible Jugendliche und Kulturschaffende, die ihr eigenes Geld, ihre eigene Zeit investieren oder gar externe Investoren gefunden haben, dauert das System der Beantragung von Geldern oft zu lang.

Wir Grüne sind für eine Anlaufstelle und Plattform für Kulturmacher und -macherinnen, die Projekte und Interimslösungen planen, analog zu Ansprechpartnern für ehrenamtliches Engagement. Vor allem sehen wir die Notwendigkeit eines Dialogs über Partei- und Funktionsgrenzen hinweg. Nach der Wahl sollte deshalb ein Runder Tisch mit den Kulturpolitikern aus allen Fraktionen, der Verwaltung, dem Kulturamt, dem Ordnungsamt und der Wirtschaftsförderung stattfinden. Hierfür setzen wir Grüne uns ein!

Weiteres zur Kulturpolitik der Stuttgarter Grünen unter: Kulturstadt Stuttgart.

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