
von Dr. Michael Kienzle 23.09.11, 11:38 Uhr
Alternativen richtig diskutieren
Mit der parallelen Ausbildung beim Arbeitgeber und an der Hochschule ist die Duale Hochschule bei Abiturienten beliebt und ein wichtiger Baustein der Stuttgarter Bildungslandschaft. Die Schule hadert seit langem mit der Verteilung der Lernorte auf 20 Dependancen im gesamten Stadtgebiet. Im Westen wird daher ein Neubau geplant, alle Standorte haben aber auch dort keinen Platz. Der Oberbürgermeister präsentiert nun die Idee, eines zentralen Campus im Rosensteinviertel. Auf der hoch gehandelten städtebaulichen Sahneschnitte tummeln sich bereits die neue Berufsschule für Pflege und Gesundheit und nun auch die Duale Hochschule. Dazwischen dürfen sich die Wagenhallen über die dritte Großbaustelle in wenigen Jahren freuen. Die Baustelle der Berufsschule verursacht bereits Probleme, wenn Stuttgart 21 und die Duale Hochschule hinzukommen, räumt auch der letzte Künstler entnervt das Feld. Und mit der neuen Idee des OBs bekommt der laufende Bürgerbeteiligungsprozess zur Ausgestaltung des Rosensteinviertels noch weniger Spielraum. Ein weiterer Großbau überfordert möglicherweise das neue Quartier, das eigentlich für innerstädtisches Wohnen geplant werden soll. Es lohnt sich, Alternativen ins Auge zu fassen. Im Neckarpark entsteht gerade ein Stadtteil am Reißbrett, für das Zukunfts-Quartier waren bereits Schulstandorte in der Diskussion. Platz wäre genug. Auch das Aurelis-Gelände in Vaihingen hat eine bewegte Bürgerbeteiligung hinter sich. Könnten Stadt und Land hier die Duale Hochschule neu denken? Wenn wir uns Gedanken zu einem neuen Standort machen, möchten wir alle Möglichkeiten abgewogen wissen und nicht auf den erstbesten Zug aufspringen. Stadtplanung erfordert Fingerspitzengefühl. Es gibt Fragen zu beantworten, bevor man Stadtbausteine auf dem Stadtplan einfach ohne Zusammenhang verschieben kann.
Duale Hochschule: Campus in den Cannstatter Neckarpark!
Dass der klare Zielkonflikt zwischen Veranstaltungen im Neckarpark und der Wohnbebauung erst jetzt thematisiert wird, zeigt deutlich, an was beim Aufstellen des Konzepts und der Verabschiedung des Bebauungsplan gedacht worden ist. Jetzt ist es irgendwie schon sehr peinlich für Verwaltung und Räte im Stuttgarter Rathaus, auch die Reaktion von CDU, FWV, FDP zeugt nicht eben von Weitblick bei der Entscheidungsfindung. Aber vielleicht kann man das Dilemma doch noch elegant auflösen, indem die Flächen für den Campus der Dualen Hochschule BW genutzt werden? Gute ÖPNV-Anbindung ist auf jeden Fall jetzt schon vorhanden, Events und Sport in der Nachbarschaft dürften die Attraktivität des Standorts für Lehrende und Studierende nur erhöhen, außerdem wären kleinere Kongresse oder Tagungen denkbar. Also eine echte “win-win”-Gelegenheit für alle und es würde Bad Cannstatt als Bildungsstandort aufwerten. Der Bebauungsplan ist jetzt sowieso Makulatur.
Lieber Leo Löwe,
da kann ich nur auf den aktuellen Blog-Artikel verweisen, indem wir uns die Sendestudios im Park Berg gut als Interimsunterkunft für die DHBW vorstellen können. Außerdem gibt es da noch den Antrag “Duale Hochschule”, indem wir bereits vor einiger Zeit nach dem Neckarpark als Standort gefragt haben (http://www.lust-auf-stadt.de/antraege/duale-hochschule/).
Grüße
Peter Pätzold
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