
von Thekla Walker 01.08.11, 13:52 Uhr
Ganztagsschulen bieten beste Bildung für alle
Die Grünen waren im Bohren dicker Bretter immer gut: Jahrzehnte gingen ins Land, um den Atomausstieg zu vollenden und den Klimawandel zum Begriff zu machen. Jetzt wird in Stuttgart eine weitere urgrüne, diesmal bildungspolitische Idee umgesetzt. Alle Stuttgarter Grundschulen werden bis 2018 in Ganztagsschulen umgewandelt. Organisatorisch und finanziell ist dies ein bildungspolitisches Großprojekt. Bisher hat sich die Stadt viele Parallelstrukturen geleistet. Auf der einen Seite wurden Horte ausgebaut, an anderer Stelle gibt es verlässliche Grundschulen und verschiedene Stadien von Ganztagsschulen. Jedes dieser Betreuungs-Puzzleteile hat mehr Nach- als Vorteile. Was sind unsere Ziele? Wir möchten die beste Bildung für alle Kinder – unabhängig von Portmonaie und Elternhaus. Beruf und Familie müssen vereinbar sein. Nur die Ganztagsschule kann dies leisten – wie sie genau auszugestalten ist, wird die Zukunft zeigen. Wir müssen uns sicher von 45 min. Schulstunden und Hausaufgaben verabschieden. Kinder können auch nicht acht Stunden am Stück lernen. Wie sieht dieser Schulalltag dann aus? Klassische Schulfächer wechseln sich mit anderen pädagogischen Ideen ab. Dienstagmittags wird gemeinsam Theater gespielt, am Mittwochmorgen ist Mathematik im Wald an der Reihe. Der neue Lebensraum Schule bietet unbegrenzte Möglichkeiten, ein gemeinsames Mittagessen und die Zeit sich in Ruhe mit einem Kissen zurückzuziehen. Der Übergang von alt zu neu wird die große Herausforderung. Während die zukünftige Ganztagsschule kostenlos sein wird, bleiben die Kosten des erweiterten Hortsystems erst einmal bei den Eltern liegen. Viel Arbeit, nicht nur für die Politik, sondern auch für Vereine und Jugendhäuser. Wir sind überzeugt: Schule kann so lebendig werden, dass man es dort den ganzen Tag aushalten kann.
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