
von Niombo Lomba 12.08.11, 14:00 Uhr
Von Leerstand zur kreativen Keimzelle
Brachräume, ehemalige Wohn- der Geschäftsräume, die auf eine Sanierung oder den Abriss warten, gibt es zuhauf. Wenn sie zu lange ungenutzt bleiben, wirkt sich der Leerstand schnell negativ auf das umliegende Quartier aus. Es droht der Abstieg eines Viertel, der nur schwer umzukehren ist. Gleichzeitig sind diese Brachräume heiß begehrt. Künstler, junge Kreativunternehmen und Existenzgründer suchen diese Räumlichkeiten als vorübergehende günstige Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsräume. Bisher war die Suche nach diesen Räume mühselig. Die Kreativszene kennt die Räumlichkeiten, weiß aber nicht um die notwendigen Schritte in der Stadtverwaltung. Diese hat wiederum leerstehende städtische Gebäude, kennt aber die sich ständig verändernde Kreativszene kaum. Auf der anderen Seite finden Immobilienbranche und Kreative nur schwer eine gemeinsame Sprache, mit der sie sich auf die beiderseitigen Vorteile einer Interimsnutzung einigen können. Um dieser Sprachlosigkeit Herr und sowohl den Ansprüchen der Stadtplanung, der Wirtschaftsförderung und der Kreativwirtschaft gerecht zu werden, gründen viele deutsche Städte „Agenturen für kreative Freiräume“. Diese verfügen über einen Pool von Räumen und vermitteln zwischen Vermietern, der Stadtverwaltung und Raum suchenden Kreativen und kennen die Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft genauso wie diejenigen des Amts für Liegenschaften. Die Agenturen werden von der Stadt finanziert, aber von Kennern der Szene mit Leben gefüllt. Mit dem H7 in der ehemaligen Bahndirektion oder der Kurzzeitspielstätte des Schauspielhauses in der Türlenstraße gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für Zwischennutzungen in Stuttgart - es könnten viel mehr sein. Wir wollen die Stadtentwicklung beflügeln und Stuttgart als lebendige Großstadt für Kreativ- und Medienschaffende interessant machen
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