
von Werner Wölfle 06.07.11, 15:51 Uhr
Baden im Berg und Wohnen am Berg
Wieder droht die Abrissbirne. Das Mineralbad Berg soll zu einem Sommer-Freibad schrumpfen. Dabei ist unser Berg der Geheimtipp unter den Stuttgarter Mineralbädern: in die Jahre gekommen, aber mit viel Charme. Wir brauchen Pläne, die das Besondere des Bades hervorheben und nicht vernichten. Das Ergebnis der Gutachter ist uns zu wenig. Ein Ganzjahresbetrieb wird sich rechnen, wenn auf die Stärken des Bades aufgebaut wird: das Wasser, die Liegewiesen und das Ambiente. Das Berg ist Kult und als Gesamtkunstwerk einmalig in Deutschland. Wenn Sanitär wieder alles glänzt, kommen auch wieder jüngere Badegäste. Wer unbedingt ein warmes Außenbecken zum Badespaß möchte, geht heute bereits ins Leuze. Das Bad blickt auf 150 Jahre Geschichte zurück, seit 2006 ist das Kleinod im Besitz der Stadt. Pflege und Instandhaltung wurden seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigt. Jetzt soll der Betrieb nur noch im Sommer möglich sein und die alten Bauteile abgerissen werden. Doch was halten die „Bergianer“ von diesen Plänen? Wir Grüne wünschen uns, dass die Besucher des Kultbades (und solche die es werden könnten) befragt werden, denn sie sind die Experten. Und was passiert neben dem Bad Berg? Hier könnten nach unseren Vorstellungen ein lebendiges und junges Wohnquartier passend zum Stadtteil Berg entstehen. Die Nachfrage nach Grundstücken ist riesig, wie auf dem Killesberg zu sehen war. Dort haben sich gerade 51 Baugemeinschaften auf drei Grundstücke beworben. Baugemeinschaften haben die Verantwortung für die Gemeinschaft bereits in der Geburtsurkunde stehen. Sie sind der perfekte Kitt um altes und neues Berg miteinander zu verbinden. 48 Baugemeinschaften mit fertigen Konzepten und solider Finanzierung sind am Killesberg nicht zum Zug gekommen, jede einzelne von ihnen wäre eine Bereicherung für das Quartier Berg.
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