
von Dr. Michael Kienzle 22.03.11, 15:31 Uhr
Bildungseinrichtung droht Konkurs
Das Abendgymnasium ist in großer Gefahr. Der Trägerverein, die Volkshochschule, ist völlig überschuldet, weil die Landesregierung die Zuschüsse stetig gekürzt hat. Wir wollen, dass diese traditionsreiche Einrichtung unbedingt erhalten bleibt. Es wäre ein fataler Fehler, das Abendgymnasium auf Kostendeckung zu trimmen, weil dann die Studiengebühren viele junge Menschen vom zweiten Bildungsweg ausschließen würden.
Über 80 Prozent der ständig wachsenden Zahl der SchülerInnen sind MigrantInnen, für die es oft die einzige Möglichkeit ist, das Abitur auf dem so genannten zweiten Bildungsweg nachzuholen. Eine tolle Chance für die EinwanderInnen, die oft genug in unserem Bildungssystem benachteiligt sind. Diese Fortbildungsmöglichkeit gibt es seit 1948. Bisher hat es auch keine Probleme gegeben. Das Abendgymnasium wurde von der Landesregierung als zentraler Pfeiler des Bildungssystems gewertet. Jedoch ist das Land immer weniger bereit, dafür auch zu zahlen. Die Kostenerstattung ist stetig gesunken und deckt inzwischen nur 74 Prozent der tatsächlichen Kosten des Schulbetriebs. Der Verein, der gleichzeitig auch die Restrukturierung der Volkshochschule umsetzen muss, hat sich durch Darlehen und Rückstellungen für das Abendgymnasium überschuldet.
Der Verein sieht sich nun gezwungen, dem vhs-Aufsichtsrat die Schließung des Abendgymnasiums vorzuschlagen - wofür Kosten von 960.000 Euro anfallen würden. Die Kosten einer Sanierung beliefen sich auf 1,1 Mio. Euro. Es geht also um 140 000 Euro, mit denen das Abendgymnasium gerettet werden kann.
Wir halten es einen bildungspolitischen Rückschritt und ein für die internationale Stadt Stuttgart verheerendes Zeichen, wenn das Abendgymnasium geschlossen würde. Der Verein, das Land, aber auch die Stadt müssen alles versuchen, den zweiten Bildungsweg offen zu halten.
Danke für die nette Zusammenfassung zum Thema Abendgymnasium. Werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Danke, Nadine.
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