Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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89 Fragen an Werner Stohler

von Jochen Stopper 16.09.11, 11:02 Uhr

Vergleich auf Augenhöhe notwendig
In anderthalb Tagen verwarf die städtische Verwaltung die von Dr. Heiner Geissler und Eisenbahn-Experte Werner Stohler ins Spiel gebrachte Kombi-Lösung SK2.2. Viele der Ablehungs-Argumente waren und sind bisher nicht abschließend geklärt. Zu schnell, zu oberflächlich: So die Einschätzung der grünen Ratsfraktion zum Vorgehen des Oberbürgermeisters. Per Antrag erbaten wir uns die Möglichkeit, dass Werner Stohler SK 2.2 ausführlich im Ausschuss für Umwelt und Technik vorstellt. Erfreulicherweise wurde dem stattgegeben, nicht jedoch ohne Herrn Stohler einen tendenziösen Fragenkatalog mit auf den Weg zu geben. Dieser sei doch bitte zu beantworten. Selbstverständlich schriftlich. Einige Fragen zeigen Verständnis für die Anforderungen an einen modernen und leistungsfähigen Bahnhof. Andere hätten wir auch gerne zu Stuttgart 21 beantwortet. In seiner Einladung betont der Oberbürgermeister den Abwägungsprozess aus dem Jahr 1997, aus dem Stuttgart 21 als Sieger hervorgegangen sei. Die bessere Wirtschaftlichkeit, die Höhe der Grundstückserlöse und ein neuer Stadtteil, geringere Unterhaltskosten, höhere Leistungsfähigkeit und Flexibilität wurden ins Feld geführt. Jahrelange sachliche Aufklärungsarbeit der Projekt-Gegner, Schlichtungsverfahren und Stresstest zeigen eine andere Faktenlage. Heute liegen die offiziellen Kosten von Stuttgart 21 um 70 Prozent über den 1997 genannten Zahlen, Risiken von über einer Milliarde Euro sind bekannt. Die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen sind unsicher. Die Mär von Leistungsfähigkeit und Flexibilität wurde durch Schlichtung und Stresstest erschüttert. Wenn beide Konzepte Gleichbehandlung erfahren sollen, wären Antworten zu Stuttgart 21 nicht minder interessant. Selbstverständlich schriftlich. Eine „gewerkscharfe Kalkulation“ liegt laut OB ja bereits in der Schublade.

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